Line-Vorverstärker

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Line-Vorverstärker

Von Jürgen Buschmann


Dieser Line-Vorverstärker war nach den beiden
300B SE Monoendstufen mein zweites Projekt welches ich ein Jahr später, also
2006, in Angriff nahm.
Da ich mit der Schaltung für meine Endstufen, die ich
im Großen und Ganzen von „Triode Dick“ übernahm, absolut zufrieden war (und
immer noch bin!) orientierte ich mich an dem von ihm konzipierten Vorverstärker.


Bei diesem Line-Preamp wird in einem Gehäuse ein vollständig
kanalgetrennter Vorverstärker aufgebaut. D.h. jeder Kanal hat sein eigenes
Netzteil mit Netztrafo Gleichrichterröhre, Siebdrosseln und Lade- und
Siebkondensatoren.

Bei der Schaltung kommt wieder der sogenannte m-Folger zum Einsatz. Als
Eingangsröhre wird eine russische Doppeltriode 6N30P verwendet, pro Kanal eine
Hälfte. Danach kommt die bewährte Pentode D3a.

Als Gleichrichterröhre habe ich die AZ1 bzw. AZ11 vorgesehen. Ebenfalls möglich
ist der Einsatz einer 6X4 (EZ90), diese Gleichrichterröhre hat jedoch einen
anderen Sockel (Noval) als die „alten“ AZ`s. Die Heizspannung ist ebenfalls eine
andere (6,3V).

Da meine verwendeten Trafos auch eine entsprechende
Wicklung besitzen, habe ich eine Konstruktion vorgesehen, die alle drei
Gleichrichterröhren (nach kleinem Umbau) zum Einsatz kommen lassen kann.
Die
Stahlröhrensockel (AZ11) und die Außenkontaktsockel (AZ1) haben nahezu die
gleichen Abmessungen für die Befestigung. Den Lochdurchmesser im Gehäuse wählte
ich so, dass beide Röhren ohne Probleme einsetzbar sind. Um auch die 6X4 nutzen
zu können verwendete ich eine Adapterplatte mit den beiden Novalsockeln , die an
den Löchern befestigt wird, wo sonst die Stahlröhren- bzw. Außenkontaktsockel
befestigt sind.
Letztendlich entschied ich mich für die AZ1, sie gefällt mir
doch am aller besten, vor allem in der Meshanoden Version.

Die Netztrafos
und Drosseln besorgte ich mir bei AE Europe. Diese Firma bietet sie als
kompletten Satz recht günstig an.

Das Gehäuse sollte dieses mal, im
Gegensatz zu den Mono Endstufen, vollständig aus Metall sein.
Ich entwarf es
mit dem Frontplatten Designer und ließ die Teile von der Firma Schaeffer AG
fertigen. Es besteht aus 4mm eloxiertem Aluminiumblech, welches ich mit
Gewindewürfel verschraubte. Da ich, wie auch bei den Endstufen, keine sichtbaren
Verschraubungen auf der
Deckplatte haben wollte, ließ ich Sackgewindelöcher
bohren. Zur Befestigung der einzelnen Bauteile waren dann natürlich bestimmte
Schraubenlängen nötig.

Die beiden Kanäle, also die Röhren 1x6N30P und
2xD3a alle Widerstände und Kondensatoren baute ich auf einer separaten 2mm
Aluminiumplatte auf, die dann mit 5mm Abstandshalter an der Deckplatte befestigt
wurden. Die drei Löcher in der Deckplatte für die Röhren sind 4mm größer im
Durchmesser als die Novalsockel. Somit ergibt sich eine gute Kühlung der
Röhren.
Auf dieser Platte befinden sich auch für jeden Kanal zwei
Keramiklötleisten(eine kleine für die Masse).

Der Vorverstärker sollte
auch eine Fernbedienung erhalten. Der Alpspoti mit Motor wurde zwischen beide
Kanäle überhalb der „Röhrenplatte“ platziert (von unten betrachtet).
Für die
Steuerungsplatine wurden auch entsprechende Sacklöcher vorgesehen. Den
Infrarotsensor ließ ich aus der Bodenplatte herausschauen.
Die
Versorgungsspannung für die Steuerungsplatine soll zwischen 7V und 20V
Gleichspannung betragen. Eine einfache Gleichrichterschaltung aus Brücke mit 4
Dioden, Festspannungsregler und Elko, die ich an die vorhandene 9V Wicklung des
NT anschloß, kam zum Einsatz.

Die Röhre 6N30P wird mit Gleichspannung
geheizt. Hierzu verwendete ich den Spannungsregler LM317, mit einem Trimmpoti
lassen sich die 6,3V exakt einstellen. Da ich keine Shottky Dioden zur Hand
hatte nahm ich 4xMBR1045 und nutzte die 9V Wicklung des NT. Mit Shottky Dioden
hätte ich die 7V Wicklung verwenden können. (wäre vorteilhafter, da bei dieser
Lösung weniger Leistung am LM317 verbraten wird.)

 

Die beiden Röhren D3a werden mit Wechselspannung geheizt.

Für die 6
Eingänge verwendete ich einen hochwertigen 4X6 Eingangswahlschalter mit 2 Ebenen
für bestmögliche Kanaltrennung. Bei jedem Eingang lötete ich einen 470K
Widerstand gegen Masse, um eventuelle Knackgeräusche beim Umschalten zu
vermeiden.
Dieser Umschalter wurde nahe der Eingänge platziert, und über eine
Aluminiumstange bedient.

Meine Mono Endstufen benötigen zur
Vollaussteuerung ca. 2,8V Eingangsspannung. Dieser Vorverstärker erbringt eine
weit größere Verstärkung als nötig. Die maximale Aussteuerung ist bei ca. „12
Uhr Stellung“ des Potis erreicht.
Bei der Erstinbetriebnahme war ein leichter
Brumm zu vernehmen, dessen Ursache ich erst nicht erkannte. Nach einiger Zeit
fand ich den Grund: ich hatte vergessen die Gleichspannungsheizung der 6N30P
einseitig auf Masse zu legen. (das einfachste findet man immer erst am
Schluss!)

Ich finde dieser Line-Vorverstärker passt hervorragend zu
meinen beiden Endstufen.
Mit dieser Kombination höre ich nahezu täglich
Musik und ich bin vollauf zufrieden.