6C33 PP Amp. Ernst Rößler Nachbau

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6C33 PP Amp. Ernst Rößler Nachbau

6C33 PP AMP

 

Von Dirk Franzrahe

 

 

 

 

Hallo Markus,

 

ich weiß nicht, ob du dich noch daran erinnerst bzw. an mich, aber wie sagt man so schön "Was lange währt, wird endlich gut..." :-)

 

Ich habe es "leider" erst jetzt geschafft, den besagten Verstärker fertigzustellen, aaaber ich habe es endlich geschafft :)

 

Du hattest seinerzeit (etwas weiter unten hier im email Verlauf zu lesen) geschrieben, du würdest dich über Bilder zur

Veröffentlichung auf deiner Homepage freuen. Die könnte ich dir zukommen lassen. Weiß ja nicht, was du noch brauchst. Ich

habe leider keine Software zum Schaltplan zeichnen etc.. Es ist im Grunde der Rößler Amp als Stereo Version aus der

Röhrenbude, nur etwas abgeändert mit anderer Treiberstufe (6SN7 bzw. 6N8S), einstellbarer GK und im Arbeitspunkt, da

Gegentakt A und einige Spannungen anders etc... (deshalb auch der entsprechende Trafo von dir). Ich messen bei sauberem

Sinus ziemlich genau 17V eff an meinem 6,8 Ohm Lastwiderstand, was um die 40 Watt saubere UND reine A Klasse

Verstärkung ergibt. Ich habe seit über 10 Jahren auch einen selbstgebauten 300B SE mit guten Komponenten und einen

optimierten GU50 Gegentaktverstärker und bin voll begeistert....aber das Gerät hier ist der Überflieger schlechthin. Volle

Kontrolle über die Lautsprecher, extrem bessere Basskontrolle, was gerade bei meinen kleinen 12er Fostex im Horn sehr

wichtig ist. Wenn die anderen Amps an ihre Grenze kamen und es schon recht laut ging wenn man will, so spielt dieser hier bis

zum Anschlag sauber, Wahnsinn!! Wußte nicht, daß die kleinen Fostexe da noch Luft nach oben haben :-) Auch "untenrum"

bestes Auflösungsvermögen und Frequenzgang von 18Hz bei nahezu 0db (weniger kann mein Generator nicht) bis 70kHz bei

ca. -3db,


was aber auch an der etwas höheren Ausgangsimpedanz der Vorstufe mit 6SL7 und entspr. Querkapazität liegen

kann (Millereffekt), denn rechnerisch liege ich auch ungefähr da. Diese wollte ich auch erst auf 6SN7 ändern (ähnlich wie beim

AMp vom Klaus Barton), aber da ich Gegenkopplung wollte und auch brauche, brauche ich die Verstärkung der 6SL7. Die

(deine) AÜ´s sind also auch der absolute Hammer. Diese liegen ja schon seit zig Jahren hier bei mir rum. Im Nachhinein wären

in meinem Fall evtl. welche mit 800R-1000R Raa passender gewesen lt. Berechnung, aber seinerzeit habe ich auch nach

Rößlers Vorschlag bestellt, wobei dieser AÜ vielleicht mehr für AB ist. Letztendlich ist aber das klangliche Ergebnis

ausschlaggebend und das ist überragend und ich bekomme ihn so lt. Kennlinien voll durchgesteuert. Immer wieder eine 

Verbesserung, man glaubt es kaum ;-) Also das Ding hat wirklich Reserven bis zum Abwinken und kommt sicherlich mit fast

jedem Lautsprecher klar. Stelle ich ihn aus, so kannst noch 15 sec. Leise weiter hören. Klar bei den fetten Katoden und

"Anodenplatten" (sind ja mehr Platten als Bleche) der 6C33... Da wird noch schön weiter emittiert...lach

 

Das Teil ist komplett Handarbeit. Ich habe jedes Loch mit der ausgebohrt/gesaöt und mit der Feile auf Maß gefeilt. Das

gehäuse ist auch Leimholz Buche (massiv), auf Gehrung gesägt, verleimt, verstärkt in den Ecken, von außen per Hand mit

Hobel und Excenterschleifer die Ecken abgerundet, lasiert geschliffen usw...

Gut zu sehen sind natürlich deine AÜ´s, die ich so natur belassen habe und nur mit Haube versehen habe und der Trafo :-)


 

Die Endröhren laufen mit 180V Anodenspannung und 220mA pro Röhre bei ca. 40 Watt Anodenverlustleistung, was noch im

grünen Bereich liegt und der Lebensdauer zugute kommt, denn bei den max. möglichen 60 Watt (bei beiden Katoden in

Betrieb) sollte man sie nicht betreiben. So liegt der Arbeitspunkt ziemlich genau in der Mitte der Arbeitsgeraden, wie bei

A-Betrieb halt üblich.

 

 

 

 

 

 

 

Die Gittervorspannung beträgt dabei rund -65V und schwankt über alle 4 Röhren, welche weder gematched noch sonst was

sind, um gerade mal nur +/- 2 Volt. Selbst nach mittlerweile einigen Tagen betrieb bzw. Stunden stehen die wie ne 1 bei 220mA

+/-5mA max., ohne das ich nachregeln muß. Also alles halb so wild wie oft beschrieben bei den 6C33C. Da ich nur 65 Volt

brauche bzw max. 130Vss zur Vollaussteuerung, reichen die 6SN7 auch dicke. Diese laufen mit 400V Betriebsspannung über

23,5k (2x 47k parallel) Anodenwiderstand bei ca. 240 Volt Anodenspannung und 7mA Ruhestrom bei -8V Gitterspannung. In

diesem Arbeitspunkt brauche ich zur Vollaussteuerung der 6C33 nur 8Vss am Gitter der 6SN7 und bleibe so immer weit im

linearen Bereich der Kennlinien.

Die Ausgangsimpedanz der Stufe liegt durch Parallelschaltung von Ri/Ra/Rg* bei diesem Arbeitspunkt auch nur bei ca.6k. Die

hohe Einganskapazität von ca. 30pF der 6C33 ist halb so wild, da die eh nur ca. 2,5x Verstärkung macht. Wenn ich großzügig

rechne mit 3x Cga + Cgk, liege ich bei ca. 3x30+30=120pF. Selbst wenn ich auf 150pF aufrunde, komme ich locker über

200kHz.

Die Vorstufe habe ich so belassen wie von Ernst Rößler, nur eben mit einstellbarer GK von 4-14db ca.(33k+50k Poti).

Momentan läuft er mit 10db Gegenkopplung und einer Eingangsempfindlichkeit von ca. 0,5Veff zur Vollaussteuerung bzw.

einer Gesamtverstärkung von ca. 31dB, was ca. 35facher Verstärkung entspricht. Ohne GK schaffe ich einen Gain von 115,

was ca. 41db entspricht und liege dann bei einer Eingangsempfindlichkeit von nur 150mV.

 

  

Ach noch was...Trafo ist der T-1754, falls du es noch wissen willst oder nicht mehr weißt. Der Schalter hinten ist für die


 

Gegenkopplung an/aus...falls man doch mal ohne hören möchte oder umgekehrt oder wie auch immer :) Vorn ist er

minimalistisch gehalten, wie zu sehen ist. Also links Ein/Aus Schalter, in der Mitte Lautstärkeregelung via verlängertem (wg.

des 18mm Holzgehäuses)) Alps Motorpoti 100k log über programmierbaren RC5 Empfänger mit Atmel AT 90S2343 aus der

Elektor 2000 und rechts eine kleine rote 3mm LED im Außenreflektorgehäuse, das wars :-)

 

Abschließend noch was zum "nach Kundenwunsch" gewickelten Trafo von dir:

 

Auch der ist klasse und liegt wie ein Stein oben drauf...absolut ruhig. Die Gesamtleistungsaufnahme beträgt (über einen

einfachen Energiekostenchecker gemessen) ca. 430 Watt, aber er lacht darüber. Klar wird der auch ordentlich warm

irgendwann, aber alles im grünen Bereich ;-)

 

Noch was zum Netzteil für die Anodenspannung der Endröhren:

Da die Verlustleistung bei 4 Röhren mit jeweils 220mA von ca. 15 Watt am Transistor (rechnen wir mal grob mit ca. 1 Ampere

und Vds 15 Volt) immer noch recht niedrig ist, reicht auch noch das Gehäuseblech bzw. die obere Deckplatte und EIN

IRFP450 dicke aus. Vds beträgt ca. 13-15 Volt, also ideal. Wie vom Rößler original auch ausgelegt, nur da eben mit bedeutend

weniger Strömen, da AB-Betrieb bei ca. 110-130mA pro Röhre. Hier fast das doppelte.

Also wenn ich schätzungsweise einen einfachen Kühlkörperwert mit ca. 3K/W nehme für die Platte + den Übergang von ca.

0,1-0,2 + den internen Übergang von 0,7 im Transistor rechne, so könnte ich ca. 30 Watt bei 35 Grad Umgebungstemp. darauf

verbraten, bis die maximale Sperrschichttemperatur von 150 Grad erreicht ist. Da ist also immer noch Luft nach oben.

 

So, genug geschrieben...freue mich dann auf die Veröffentlichung irgendwann auf deiner Seite.

 

Gruß Dirk